Obsolescence-Management

Die Materialverfügbarkeit auf dem Elektronik-Weltmarkt verschlimmert sich von Jahr zu Jahr. Nur durch eine langfristige Planung und eine gute Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Einkauf lässt sich die Produktverfügbarkeit aufrecht erhalten. 

Proaktives Handeln bei Abkündigungen

Bauteile unterliegen einem ständigen Zyklus aus Entwicklung und Abkündigung mit fatalen Folgen für die Endprodukte. Grundig Business Systems (GBS) ist als Hersteller von Elektronik regelmäßig mit der Abkündigung von Bauteilen durch Zulieferer konfrontiert. Dies gilt für die eigenen Produkte sowie auch für die Elektronik von EMS-Kunden, für die der GBS-Einkauf auch die Beschaffung von Bauteilen übernommen hat. 

Sich der Herausforderung stellen
Verschärft wird die Situation durch eine allgemeine Knappheit auf den Weltmärkten. Sowohl bei aktiven als auch bei passiven Bauelementen wird die Materialbeschaffung zur Herausforderung - sogar fast zum wachstumsbegrenzenden Faktor. Nur durch eine hohe eigene Lagerhaltung lässt sich die Materialversorgung derzeit meistern. Die Allokationen nehmen dramatisch zu, ebenso wie die Preisdynamik. Selbst verbindliche Material-Liefertermine werden oft kurzfristig vom Distributor oder vom Bauteillieferanten storniert.

Wir alle in der EMS Branche - und nicht nur dort - müssen uns dieser Herausforderung stellen. GBS versucht aus der Not eine Tugend zu machen. Eine smarte Supply Chain mit erfahrenen Einkäufern, die eben doch an das benötigte Material kommen, und natürlich auch die Unterstützung der Kunden helfen, diese Situationen zu managen.

Um unnötig hohe Kosten und Zeitverzug zu verhindern, lohnt es sich als Unternehmen ein umfassendes Obsoleszenz-Management (OM) zu entwickeln, in die Unternehmensabläufe zu implementieren und ständig zu verbessern. Denn nur proaktiv können die Herausforderungen des ständigen Wandels optimal bewältigt werden. 

Die Früherkennung von Risiken in Form kritischer Bauteile bringt Grundig Business Systems Vorteile für die eigenen Produkte, deren Langlebigkeit sich verlängert. Ebenso profitieren unserer EMS-Kunden von der Risikoanalyse der Kundenstücklisten und dem professionellen Umgang mit abgekündigten Bauteilen.

Obsoleszenzrisiko ist allgegenwärtig
Obsoleszenz ist ein vielschichtiges Thema, das jedes einzelne Produkt und alle Baugruppen gleichermaßen betrifft. Dabei ist das Thema nicht erst mit Produktionsbeginn, sondern bereits zum Zeitpunkt einer jeden Produktidee latent einzubeziehen. Schon ab der Entwicklungsphase eines Produktes besteht ein Obsoleszenzrisiko der verbauten Bauteile. Mit fortschreitendem Alter einer Baugruppe oder eines Endgerätes nimmt dieses Risiko im Verlauf des Produktlebenszyklus immer weiter zu – bis zur eigenen Abkündigung und darüber hinaus bis zum Ablauf der Gewährleistungsfristen. 

So vielschichtig die möglichen Auslöser für Obsoleszenzen sein können, so unterschiedlich sind auch die Risiken die von Obsoleszenzen ausgehen. Es gilt bei allen denkbaren Bauteilabkündigungen deren Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Diese Risikobewertung allein reicht jedoch nicht aus – aus der Bewertung heraus müssen Maßnahmen vordefiniert werden, damit Obsoleszenzrisiken und damit die dadurch entstehenden Kosten möglichst schon zu Beginn vermieden werden. Weil eine Abkündigung nie ausgeschlossen werden kann, gilt es zudem für den tatsächlichen Obsoleszenzfall vorbereitet zu sein.

OM-System als Lösungsansatz
Dabei hilft eine umfassende Dokumentation. Aktionspläne müssen freigegeben und die Vorgehensweise von allen Prozessbeteiligten akzeptiert sein. Außerdem müssen die notwendigen Werkzeuge und andere Ressourcen für die Umsetzung zur Verfügung stehen. Damit all das funktioniert, muss ein OM-System implementiert werden. Dieses OM muss alle Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette und über alle Phasen des Produktlebenszyklus begleiten. Es muss gelebt werden, es muss nach außen kommuniziert werden und es muss sich nicht zuletzt ständig selbst überprüfen, um nötige Verbesserungen im Prozessablauf kontinuierlich und zeitnah zu erkennen und zu implementieren. Dabei kommt es nicht auf eine einzelne Maßnahme an. Nur eine Kombination aus strategischen Überlegungen, proaktivem Handeln und der Planung und Festlegung reaktiver Prozesse gewährleistet ein effektives OM-System.

Was ist zu beachten, um Kosten und Risiken möglichst zu vermeiden? Prävention ist in diesem Fall besser als Reaktion. Unser Whitepaper bietet Antworten, inklusive einer Checkliste zur Risikoanalyse und nützlichen Hinweisen für vertragliche Regelungen. 

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Haben Sie auch Schwierigkeiten bei der Bauteilbeschaffung, haben Sie Fragen zum Thema Obsolescence Management oder benötigen Sie Unterstützung beim Einkauf? Dann melden Sie sich einfach unter der Nummer: 0921 / 90879649 oder per E-Mail an ems@grundig-gbs.com